Glaskörper- und Netzhautchirurgie des Zentrums für Augenheilkunde der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
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Die „Spritze ins Auge“ – Neue Wege zur Behandlung der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)

Lucentis , Avastin und andere „anti-VEGF“ Medikamente

Die Behandlung der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend in Richtung Pharmakochirurgie, d.h. der Eingabe von Medikamenten in den Glaskörper des Auges, fortentwickelt. Derzeit werden an unserer Klinik die Antagonisten (Gegenspieler) eines „Gefäßneubildungsfaktores„ (VEGF), Lucentis und Avastin, zur Behandlung der AMD eingesetzt. Hierzu werden diese zusammen mit einem cortisonhaltigen Medikament kombiniert und nach Entfernung einer entsprechenden Menge von Glaskörpersubstanz in das Auge eingebracht. Die Verabreichung erfolgt über eine kaum sichtbare Miniinzision, dauert nur wenige Minuten und wird unter streng sterilen Bedingungen in unserem Operationsaal unter lokaler Betäubung durchgeführt. In einigen ausgewählten Fällen kann die Behandlung mit einer photodynamischen Therapie (PDT), einer schmerzlosen Laserbehandlung, kombiniert werden. Diese wird in der Regel 16 bis 24 Stunden vor der Medikamenteneingabe vorgenommen.


Die Spritze ins Auge bei AMD – das Wesentliche auf einen Blick:

In unserer Klinik verfügen wir über langjährige Erfahrung in der Behandlung der AMD. Hier die wichtigsten Fakten der von uns eingesetzten Kombinationstherapie:

  • Lucentis und Avastin sind hochwirksame Medikamente zur Behandlung verschiedener Formen der feuchten AMD. Klinische Studien konnten belegen: Beide Medikante wirken gleich gut!

  • Unterschiede zwischen beiden Medikamenten bestehen vor allem
    • im Preis: Lucentis ca. 1300 Euro pro Spritze, Avastin 40 Euro pro Spritze.
    • im Anwendungsgebiet: Lucentis wurde speziell für die Behandlung der AMD erprobt und auch zugelassen. Avastin ist zwar für die Behandlung beim Menschen zugelassen,  nicht aber speziell für die Augenbehandlung.
  • Für Lucentis muss zur Zeit ein Antrag auf Kostenerstattung bei Ihrer Krankenkasse gestellt werden. Die Bearbeitung kann wenige Tage bis mehrere Wochen dauern. Avastin wird von uns im Rahmen der Kombinationstherapie bezahlt. Es muss kein Antrag gestellt werden.

  • Eine erfolgreiche AMD-Therapie ist gekennzeichnet durch eine allmähliche und kontinuierliche Verbesserung der Sehqualität. Dies drückt sich z.B. darin aus,  dass „weniger krumme Linien“ gesehen werden, der „grosse Fleck in der Mitte“ kleiner wird, und/oder Sie  „mehr Prozente an der Lesetafel“ lesen können.

Häufig gestellte Fragen zur „Spritze ins Auge“ bei AMD

Was sind die „Gradmesser“ des Therapieerfolges?

  1. Sie, die Patientin bzw. der Patient und Ihre subjektive Verbesserung der Sehqualität (Eigentest mit einäugiger Beurteilung von geraden Linien, z.B. Fensterrahmen, Rechengitter („Amsler Grid“) , etc. Kein Apparat kann so empfindlich sein wir Ihr eigener Seheindruck!
  2. Das Ergebnis der nicht belastende Untersuchung mit dem sogen. OCT
  3. Gegebenenfalls die Untersuchung mit einer Angiographie und natürlich
  4. Ihre von uns zu messende Sehkraft (Visus).
Die Erfolgsaussichten der Therapie sind ungleich besser als bei Ausbleiben dieser Therapie bzw. bei anderen Maßnahmen. Vor allem ist der Effekt der Behandlung ein im Vergleich zu anderen Maßnahmen länger anhaltend. Natürlich gibt es auch Patienten ( bis zu 20% ) , die keine Verbesserung erfahren können. Ein häufiger Grund dafür ist , das die Erkrankung zum Behandlungszeitpunkt bereits zu weit vorangeschritten ist (z.B. bestehen dann sogen. trockene Narben in der Netzhautmitte). Bei einzelnen Patienten können je nach Verlauf auch weiterführende Maßnahmen erwogen werden. Auch besteht die Möglichkeit, die medikamentöse Kombinationstherapie zu wiederholen.

Können Sie selbst zum Erfolg beitragen?

Ja: Z.B. durch Einschränken oder besser  Verzicht auf Nikotin und Tragen eines hochwertigen und wirksamen Sonnenschutzes. Auch ist der Verzehr von viel grünem Gemüse bzw. Einnahme von Vitamin-Mineralstoff-Kombinationspräparaten (nach Rücksprache mit dem behandelnden Augenarzt) förderlich!

Wo können wir zur Zeit nicht wirklich helfen?

Z.B. bei der trockenen AMD. Hier gibt es zur Zeit keine „Spritze ins Auge“! Einzelnen Patienten können in bestimmten Situationen jedoch andere Verfahren helfen. Dies ist z.B. bei Drusenmakulopathie (z.B. Behandlung mittels die Rheopherese) der Fall. Auch hier sollten Sie sich aber zunächst unbedingt an einen Netzhautspezialisten wenden!  Wir beraten Sie dazu gerne.


 
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