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Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum)Autor: Prof. Dr. Frank Koch
Das Wichtigste zur Frühgeborenen-RetinopathieAn Frühgeborenen-Retinopathie können zu früh geborene Babys in den ersten Lebensmonaten erkranken. Für die Netzhautgefäße, welche normalerweise etwa ab der 16. Schwangerschaftswoche bis hin zum Geburtstermin in die Netzhaut einwachsen, kommt es außerhalb der Gebärmutter zu einem Mißverhältnis in der Sauerstoffversorgung, sodass die Gefäße einen krankhaften Wachstumsverlauf nehmen können. Dies kann zu schweren Veränderungen am Auge des Frühgeborenen bis hin zur Erblindung führen. Gefährdet sind vor allem sehr unreife Babys, also Kinder
geboren werden.
Wie verläuft die Erkrankung?Viele Babies durchlaufen in den 8-16 Wochen bis zu ihrem errechneten Geburtstermin nur ein leichtes Stadium der Erkrankung, lediglich ein kleiner Teil dieser Kinder bedarf einer operativen Behandlung. Sie werden durch ein regelmäßiges Screening (vorsorgliche Untersuchung der Netzhaut in begründeten Fällen) herausgefiltert.
Untersuchung der kleinen PatientenDer Augenarzt untersucht das gesamte Auge bei medikamentös erweiterter Pupille. Dabei wird er in der Regel durch eine Hilfsperson unterstützt. Das Auge wird mittels eines feinen Lidsperrers offen gehalten. Mit einem speziellen Untersuchungshäkchen kann der Arzt das Auge so bewegen, dass er einen kompletten Einblick auf die Netzhaut hat. Die erste Untersuchung erfolgt in der 6. Lebenswoche. Dann entscheidet der Augenarzt je nach Befund über weitere Kontrollen, die ggf. alle ein bis zwei Wochen in der Zeit bis zum errechneten Geburtstermin wiederholt werden.
Behandlung der KinderDa bei Erreichen eines therapiebedürftigen Stadiums der Erkrankung (sogen. Stadium 3+) mit einem ungünstigen Ausgang (d.h. funktioneller Erblindung) zu rechnen ist, kann mit einer Kälte- oder Laserbehandlung die Prognose gebessert werden.
NachuntersuchungBei Frühgeborenen treten anatomische und funktionelle Probleme (Brillenkorrektur, Schielen, Schwachsichtigkeit, Netzhautveränderungen) häufiger auf als bei reif geborenen Kindern. Daher sollten bei frühgeborenen Kindern in den ersten Lebensjahren regelmäßige augenärztliche Kontrollen erfolgen.
Netzhautkindersprechstunde der Universitäts-Augenklinik FrankfurtIn der Uniklinik Frankfurt werden frühgeborene Kinder, die entsprechende Risikofaktoren aufweisen, augenärztlich untersucht und ggf. behandelt. Ob eine Behandlung möglich ist und welches Verfahren Aussicht auf Erfolg hat, kann nur nach eingehenden Untersuchungen durch den Augenarzt geklärt werden. Die augenärztliche Betreuung der kleinen Patienten übernehmen kompetente Experten des Schwerpunktes für Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, der Kinderaugenheilkunde und der Allgemeinen Augenheilkunde. |
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August 1, 2010
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