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Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut)Autoren: Dr. J. Puchta, Prof. Dr. Koch
Das Wichtigste zur UveitisBei der Uveitis (Plural = Uveitiden) handelt es sich um die entzündliche Erkrankung der Gefäßhaut eines oder beider Augen (Uvea). Die Uveitis hat viele bekannte Ursachen (z.B. Infektion durch Bakterien) und weniger gut bekannte. Dementsprechend gezielt kann behandelt oder Krankheitszeichen gemildert werden. Nach Abheilung können Uveitiden nach unterschiedlich langen Zeiträumen wiederholt auftreten.
Was ist eine Uveitis ?Eine Entzündung einzelner Anteile oder der gesamten Gefäßhaut des Auges (Uvea) wird als Uveitis bezeichnet. Oft sind beide Augen betroffen und nach Abheilung können nach einiger Zeit wiederholte Krankheitsschübe auftreten. Es sind viele Ursachen bekannt, wie bspw. Infektionen mit Bakterien oder Viren.
Der Aufbau der Gefäßhaut des AugesDie Gefäßhaut (Uvea) liegt als mittlere Augenhaut zwischen Lederhaut und Netzhaut. Zur Uvea gehören die Regenbogenhaut (Iris), der Ziliarkörper (Corpus ziliare) und die Aderhaut (Choroidea). Eine Entzündung der Uvea kann alle oder nur einzelne Anteile betreffen. Dementsprechend spricht man dann von Panuveitis (die Entzündung der gesamten Uvea), Iritis/ Zyklitis/Iridozyklitis (die Entzündung der Regenbogenhaut oder des Ziliarkörpers und die Entzündung von Regenbogenhaut und Ziliarkörper) oder Choroiditis (Aderhautentzündung). Je nach dem ob vorwiegend der vordere oder hintere Teil der Uvea von der Entzündung betroffen ist, spricht man von einer Uveitis anterior (vordere ~) oder Uveitis posterior (hintere~). Im optischen System Auge hat die im vorderen Teil des Auges gelegene Regenbogenhaut die Aufgabe einer Blende. Ähnlich der Blende eines Fotoapparates regelt sie so den Lichteinfall in das Auge. Die im Auge befindliche Linse ist durch Fasern am Ziliarkörper befestigt. Zum Teil ist der Ziliarkörper ein Muskel, der durch Zug an den genannten Fasern die Form und damit die Brechkraft der Linse verändern kann. Ein anderer Teil des Ziliarkörpers produziert das Augenwasser. Die Aderhaut befindet sich im hinteren Teil des Augapfels und versorgt das Auge durch ihren hohen Gehalt an Blutgefäßen mit Nährstoffen.
Ursachen und KomplikationenEs gibt infektiöse und nicht-infektiöse Ursachen. Die Ursache für eine infektiöse Uveitis sind Bakterien, Viren (z.B. Herpesviren), Pilze oder Parasiten (z.B. Hundebandwurm). Nicht-infektiöse Ursachen sind z.B. Augenverletzungen oder bösartige Erkrankungen. Manchmal treten Entzündungen der Uvea begleitend mit anderen Krankheiten auf, die zuerst nicht das Auge betreffen. Genauso kann einer Uveitis in anderen Fällen auch einer anderen Erkrankung des Körpers (Entzündungen der Wirbelsäule oder der Knie) folgen. Als Ursache vermutet man dann eine gleichermaßen gegen das Auge wie auch gegen weitere Organe und Gewebe gerichtete Abwehrreaktion des Körpers. Besonders bei lang dauernden oder häufig wiederkehrenden Uveitisformen sind eine Reihe von Komplikationen bekannt. In Betracht kommen vor allem der graue Star (Cataracta complicata), ein zu hoher Augendruck (Glaukom), Hornhautdegenerationen, das Makulaödem (Schwellung der zentralen Netzhaut) und eine Netzhautablösung. Uveitiden stellen die dritthäufigste Erblindungsursache weltweit dar.
HäufigkeitDie Folgen einer chronischen Entzündungen der Uvea stellen die dritthäufigste Erblindungsursache weltweit dar.
Krankheitszeichen bei UveitisDie meisten Patienten suchen den Augenarzt wegen einer plötzlich oder relativ langsam eingetretenen Sehverschlechterung auf. Daneben wird häufig von starken Schmerzen, einer deutlichen Rötung des Auges und einer erhöhten Blendempfindlichkeit berichtet, wenn besonders der vordere Abschnitt des Auges bzw. der Uvea betroffen ist. Die zuletzt genannten Krankheitszeichen werden bei einer im hinteren Teil des Auges stattfindenden Endzündung der Uvea meist nicht beobachtet. In sehr seltenen Fällen ist eine unterschiedliche Farbe der Regenbogenhaut auffällig, die dem Patienten früher nicht bekannt gewesen war.
Untersuchungen, die zur Diagnose führenDie Anwendung der Spaltlampe ermöglicht die genaueste mikroskopische Untersuchung des Auges. Weiterhin wird der Augendruck gemessen. Dieser kann allerdings erhöht oder erniedrigt sein. Neben der mikroskopischen Untersuchung des Auges ist bei machen Uveitisformen die Analyse verschiedenster Blutparameter zum genaueren Ursachennachweis notwendig. In seltenen Fällen wird eine Augenwasserprobe entnommen, um Krankheitserreger oder deren Bestandteile nachweisen zu können. In speziellen Fällen kann die zusätzliche körperliche Untersuchung (Haut, Wirbelsäule, Gelenke, Gehirn u.a.) auf die Krankheitsursache hinweisen.
Krankheitszeichen, die zur Fehldiagnose führen könnenEine Uveitis macht sich durch plötzlich oder langsam auftretende Sehminderung ("Verschwommensehen") bemerkbar. Ein "rotes Auge" und Schmerzen können dabei auftreten, müssen es aber nicht. Diese Symptome können allein oder in Kombination z.B. bei dem grünen Star (Augendrucherhöhung), einer Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Skleritis (Entzündung der Lederhaut), Durchblutungsstörung des Sehnervens oder der Netzhaut beobachtet werden. Den genannten Krankheiten liegen zum Teil völlig unterschiedliche Ursachen zugrunde, so dass die Diagnose einer Uveitis erst nach genaueren augenärzlichen Untersuchungen zu stellen ist.
BehandlungBei den infektiösen Uveitisformen kann eine spezifische medikamentöse Therapie gezielt eingeleitet werden. Zum Beispiel werden Ganciclovir und Foscarnet zur antiviralen Therapie der Zytomegalie-Chorioretinitis oder Antibiotika bei der bakteriellen Uveitis angewandt. Die Ursachen der nichtinfektiösen Uveitis sind, in den meisten Fällen unbekannt. Um schwerwiegende Entzündungsfolgen möglichst gering zu halten, muss mit einer unspezifischen antientzündlichen Therapie begonnen werden. Im Allgemeinen wird lokal oder systemisch mit antientzündlichen und immunmodulierende Substanzen therapiert. Man mindert dadurch die akute Symptomatik und kann der fortschreitenden Visusminderung und anderen Komplikationen Einhalt gebieten. Lokale und systemische Kortikosteroide sind bei den meisten nichtinfektiösen Uveitisformen initial Mittel der Wahl. Bei längerer Anwendung von Kortikoiden ist allerdings mit einer großen Anzahl von Nebenwirkungen zu rechnen, wodurch die Applikation von "steroidsparenden" Substanzen an Bedeutung gewinnt. Dazu gehören u.a. Cyclophosphamid, Methotrexat, Azathioprin, Cyclosporin A oder Mycophenolat Mofetil. Allerdings weisen auch diese Medikamente eine nicht unerhebliche Toxizität und entsprechende Nebenwirkungen auf, so dass regelmäßige Kontrollen bestimmter Blutparameter notwendig sind. In einigen Fällen werden operative Eingriffe notwendig, wie zum Beispiel die Linsenextraktion bei Linsentrübung (Katarakt) oder Glaskörper- und Netzhautchirurgie bei starken durch die Entzündung hervorgerufenen Glaskörperveränderungen.
Krankheitsverlauf bei UveitisUveitiden können plötzlich oder schleichend ein oder beide Augen betreffen. In manchen Fällen kommt es nach Wochen, Monaten oder Jahren zu einem erneuten Entzündungsschub, der dann auch das andere bisher gesunde Auge betreffen kann.
Uveitis - SelbsthilfeDeutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft DUAG e.V.:
Forschung für neue BehandlungsansätzeIntraokulare Medikamententräger ("Pille im Auge"), Antikörper, Orale Toleranz, Leukozyten-Endothel-Interaktion.
Uveitis-Sprechstunde an der Uni-Augenklinik FrankfurtPoliklinik: |
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11 Mai, 2005
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